Archiv für Juni 2011

mit der bandbreite für deutschland und gegen den feminismus

nach einer „ausladung“, durfte ‚die bandbreite‘ also nach einer „diskussion“ doch auf dem uz-pressefest spielen. die antwort auf die kritik sah überall gleich aus:

- künsterlische/ meinungsfreiheit
- verleumdung von „sogenannten ‚antideutschen‘“
- die sind jung und machen politische texte, yeah, lasstse doch!
- sie sind links (selbst wenn das stimmen würde: na und?)

wie für ‚die bandbreite‘ kunst und linke politik aussieht, lässt sich u.a. hier sehr schön sehen:

song ‚weltmeister‘

während im ballermann-style für die deutsche nation und deren erfolg gerappt wird, tanzen halbnackte frauen im hintergrund (eine bekommt von wojnarowicz später noch eine bierflasche an den kopf geworfen). außerdem gibt es reichlich schwarz-rot-gold und dazwischen allen ernstes eine antifa-flagge. um nicht-deutschen zu zeigen, was man von ihnen hält, wird dem holländischen fan in den bierbecher gepisst, der es ahnungslos schluckt (haben halt keinen geschmack, was bier angeht, die holländer)

nichtmal die dkp-queer-gruppe scheint der widerliche anti-feminismus und sexismus der bandbreite zu stören. in ihrer pressemitteilung wird erst drei (!) absätze lang die plattitüde ausgewalzt, dass es viele meinungen gibt und man die eine oder andere haben kann („Es gibt Kritiker, die in die Diskussion einbringen, “Die Bandbreite” wäre sexistisch, homophob, rassistisch, faschistisch und verbreite Verschwörungstheorien. Darüber kann man geteilter Meinung sein.“)

und weiter:

Der Vorwurf des Sexismus wird an zwei Liedern festgemacht, die – zumindest nach der Aussage der Band – als “Anklage und Abrechung mit dem Sexismus” zu verstehen sein sollen. Es soll auch keine weiteren „Belege“, weder im Verhalten noch in ihren Aussagen geben, die den Sexismusvorwurf bestätigen. Darüber kann man streiten und sollte dies auch tun.

wo ist das argument? wenn man streiten soll, dann tut das doch mal! ich überreiche euch hiermit den wm-pokal der nicht-kritik!
ich fang an und zitiere aus dem song „man kennt uns“:

»Ich brauch jetzt was Williges, seh ichs, brauch ichs, will ich es was heute wichtig is, is letztlich was recht Billiges (…) Ey, Emanzen nach hinten, darf ich denn zum Tanze bitten?«

wer mir aufzeigen kann, wo und inwiefern das eine abrechnung mit sexismus sein soll, der bekommt von mir eine tube analgleitcreme!

noch ein zitat aus dem song „miesmuschel“ (by the way: wtf?):

»»Ne, ne, es tut dir weh, doch wir warten nich, wo ich doch so selten ma n harten krich. du bis nich artig und jetzt kommt deine Strafe, du kanns nicht erwarten, datt ich zärtlich mit dir schlafe.« «

s.o.: wo ist die abrechnung?

auf den ganzen verschwörungskram will ich gar nicht mehr eingehen, da das bisherige eigentlich reichen müsste, um aus linken strukturen gekickt zu werden. offenbar gehört die dkp zu diesen nicht dazu. bisher hatte ich den eindruck, man könne mit der dkp zumindest punktuell gemeinsame sache machen. ich hab mich anscheinend getäuscht (das sehen übrigens sogar einige ex-dkp-mitglieder genauso, die nach dem auftritt aus der partei ausgetreten sind).

auch absurd, einige statements von dkp-leuten zur bandbreite auf dem uz-pressefest.

das gleiche dumme verschwörungstheoretische rumgeopfer über „meinungsterroristen“ (0:40) oder dass eine diskussion darüber, wer links sei und wer nicht, „erbärmlich“ sei (1:18). obligatorisch auch, dass sich ein mitglied nicht entblödet vor seinem statement darauf hinzuweisen, dass seine eltern aus deutschland fliehen mussten, weil sie juden waren. so geht parteilichkeit vor argumentation. seine interessierte meinung gipfelt in der erkenntnis, dass „der imperialismus“ auch durch „verdeckte maßnahmen“ ausgeführt werde. und die bandbreite als tolle investigative insider haben die anscheinend rausgefunden. und, ebenfalls obligatorisch in fast allen pressemitteilungen, die frage: „cui bono?“, die davon ausgeht, dass eine geheime kleine gruppe, die welt und die geschichte steuert.

auch eine aktivistin der gruppe arbeiterfotografie (große freunde des holocaust-leugners ahmadinedschad) war dabei und beschwert sich, dass man sich „über irgendeinen firlefanz“ aufregt (3:34).

ein betriebsrat lässt verlauten: „wenn man die maßstäbe, die an die bandbreite angelegt werden, in der betriebsratsarbeit verwenden würde, dann könnte ich mich nichteinmal mehr selber wählen“ es sei „keiner mehr gut genug“.
es ist schwer, nicht sexistisch zu sein, das geht mir auch so, jeden tag muss ich mich zusammenreißen, um keine pro-vergewaltigungs-lieder zu schreiben.
die linke hat also einfach zu hohe ansprüche an sich selber, das ist das problem. na dann sehen wir halt ein bisschen über sexismus und antisemitismus hinweg, dann wirds schon mit der deutschen revolution!

zuletzt eine weitere aktivistin, die „diesen linken liedersommer“ mitorganisiert: „da haben wir nach einer band gesucht, die nicht so alt ist wie wir“.

da musste ich zum ersten mal bei der ganzen disku lachen ohne dass es mir im halse stecken blieb. danke dafür! ich hoffe, ihr geht bald in pension, damit mal vernünftige leute den laden übernehmen, von mir aus sogar als dkp.

wenn das marxismus ist, dann bin ich kein marxist!
wenn es antideutsch ist, die bandbreite vom platz zu fegen, dann bin ich antideutsch!
und wenn es kunst ist, was die bandbreite macht, dann bin ich gegen kunstfreiheit!

polizei-einstellungstest in münchen

gruselig bis amüsant:

teil 1

interessant: bei der gruppenübung, bei der es um kommunikation bei einer problemlösung ging, durften sie nicht filmen. ein bewerber deutete aber später an, es sei wohl darum gegangen, dass irgendwelche „kinder steine schmeißen“.

teil 2

besonders geil das „persönliche gespräch“

roland heumoos (was für ein name!), einer der prüfer: „ein ganz grobes kriterium wäre, auf die frage warum er denn zur polizei möchte, er sagt, ja, ich hab einfach lust mal die linken aufzumischen oder solche aussagen, das wär zum beispiel schon ein grund, dass man so ein interview schon nach zehn minuten abbricht und sagt also nee, der ist für uns nicht geeignet.“

communist church

via medium

:D

ohne worte

so geil, der kommentator.

alles nötige zum israel-palästina-konflikt

hat peter decker schon vor jahren gesagt:
via soundcloud